Die Geschichte der Affenfamilie

 

 

 

Geschichtlicher Hintergrund

 

Instinktiv haben unsere Gründungsmitglieder in die richtige Richtung geschaut, als sie sich für unsere Affenmaske entschieden; hat doch der Affe neunzigprozentige genetische Übereinstimmung mit dem Menschen. Förderung des Brauchtums in der Gemeinde sowie Freude und Frohsinn auf den Umzügen zu verbreiten, gehören schon seit der Gründung zu den Aufgaben unserer Narrenzunft. Zwischen Räubern, Hexen und historischen Narrenhäsern sorgt der Affe unter anderem Getier wie Hund, Katze und Bär für Abwechslung auf den Straßen.

 

Bei der Gründung 1957 hatte man den geschichtlichen Hintergrund der Wandermenagerie vor Augen, indem sie sich mit Zirkusdirektor und Wagen auf den Straßen präsentierten. Damals sorgten exotische Tiere wie unsere Affen für Aufsehen und Begeisterung in der Bevölkerung. Auch dienten einige Mohren als Ausstellungsattraktionen auf Jahrmärkten, Wandermenagerien und späteren Völkerschauen. Da Affen und Mohren im 18. Jahrhundert eng verbunden waren, entwarf Jürgen Hohl 2006 den Ankenreuter Mohr. Die Bezeichnung Mohr wird heute nur noch in historischen Zusammenhängen verwendet. Auch wurde damals der Mohr als Prestigesache bis ins 18. Jahrhundert von Fürsten und Abteien als Hof- und Kammermohr gehalten. In dieser Zeit gehörten auch Menagerien (höfische Tierhaltung) mit allerlei exotischen Tieren dazu, zum Beispiel König Friedrich von Württemberg oder Max Joseph von Nymphenburg, hielten eine große Zahl von exotischen Tieren. Neben dem Mohr hielten auch viele Adelshäuser ein Äffchen, das sie dressierten. Berühmte Kammermohren waren Ignatus Fortuna sowie Angelo Soliman, deren Schicksal sich nachzulesen lohnt. In dichterischer Freiheit nehmen wir Bezug zum früheren Reichskloster Weingarten, das in Nessenreben das sogenannte Schlösschen mit Gartenanlagen ganz im französischen Stiele mit Volieren und allerlei exotischem Getier als Sommerrefugium unterhielt. Der überaus reiche Altar steht heute in Wetzisreute in der Bos`schen Kapelle. Um das ganze historisch zu vollenden, hat Jürgen Hohl 2012 den Hüte-Meister und Gesellen für den Zunftrat entworfen. Diese Epoche der Zeitgeschichte wollen wir mit unserer Fasnet in Erinnerung behalten.    

 

 

 

 

 

Vereinsgeschichte

 

 

 

1956    

erste Affenmaske von Markus Aicher

1957

Gründung der Affenfamilie Ankenreute

1999

Ehrenhäs: Alter Affe

1999

erstmalige Ernennung eines Ältestenrats

2007

neue Figur: Mohrenbua

2016

Aufnahme als Vollmitglied in den Alemannischen Narrenring e. V.

 

 

 

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1956 wurde in Heimenkirch im Allgäu die erste Affenmaske von Markus Aicher gefertigt.

Noch im selben Jahr brachte Josef Enderle diese aus Pappmache gefertigte Maske nach Ankenreute. Ein Jahr später wurde dann in der Gaststätte „Zur Einkehr" die Affenfamilie Ankenreute e. V. gegründet.

Die Mutter von Josef Enderle nähte an die Maske außerdem ein braunes Stofftuch an und so sprangen die ersten Affen bekleidet mit dieser Maske und braunen Trainingsanzügen ihre ersten Umzüge. 

Da Hermann Enderle keine Maske tragen wollte, lief dieser verkleidet mit schwarzem Frack und Zylinder als Zirkusdirektor vorne mit. Der Affenwagen, bestückt mit einem Baumstamm, wurde damals noch von einem Traktor gezogen.

Beim ersten Umzug der Affenfamilie in Weingarten liefen bereits 15 bis 20 Narren mit.

1999 wurde der Alte Affe, ein Ehrenhäs, geschaffen. Er geht, gestützt an einen Stock, vereinzelt zwischen den Affen. Das Häs wird an aktive Mitglieder vergeben, die sich überdurchschnittlich für den Verein einsetzen.

Am 06.06.1999 wurde bei der Affenfamilie erstmals ein Ältestenrat ernannt.

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Dieser besteht aus den früheren Zunftmeistern Werner Heubach, Helmut Huchler und Egbert Weber. Alle drei wurden sowohl durch die langjährige Amtszeit als Zunftmeister, als auch durch ihre besonderen Verdienste für den Verein in dieses Gremium aufgenommen.

Zum 50-jährigen Jubiläum wurde im Jahr 2007 eine neue Figur eingefügt. Der "Mohrenbua" bringt mit seinem Auftreten Farbe in die Affenfamilie. Nicht in einer Gruppe, sondern nur vereinzelt zwischen den Affen hat der Mohrenbua seinen Platz gefunden.

Jedes Jahr wird am 6. Januar die Fasnetssaison mit dem traditionellen Maskenabstauben eröffnet. Zu den alljährlichen Aktivitäten der Affenfamilie zählt auch das Befreien der Kindergartenkinder und Schüler, sowie das Rathausstürmen.

Die Affenfamilie Ankenreute e. V. veranstaltet innerhalb der Fasnet noch das Narrenbaumstellen mit anschließendem Kinderball und abends den Affenball.

Abgeschlossen wird die Fasnet mit dem Fasnetsverbrennen im Hof der Familie Haag in Unterankenreute.

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Die Affenfamilie ist aber nicht nur in der Fasnet aktiv, sondern pflegt auch außerhalb der närrischen Zeit das ganze Jahr über die Gemeinschaft mit allerlei Veranstaltungen, wie unter anderem das XXL-Frühstück, die Vereinsabende und ein 3-tägiges Hüttenwochenende. Außerhalb der Affenfamilie beteiligen wir uns jedes Jahr beim Ferienprogramm der Gemeinde Schlier.

Affenfamilie Ankenreute e.V.

D´ Affé schteiget - ´s wird schee Wetter